5. Oktober 2013

Offroad dreams and a blaze of color

Von Aspen nach Montrose

Wie es halt so ist am Anfang einer USA-Reise – wir sind recht früh wach. Im Frühstücksraum schnappen wir uns einen freien Vierer-Tisch, denn wir schätzen, dass Beate und Gabi auch demnächst auftauchen, was sie auch tun.

Wir frühstücken gemütlich und machen die Pläne für unseren Tag, allerdings fahren wir nicht zusammen, sondern machen den nächsten Treff für abends im Hotel aus. Auch dieses Hotel haben wir mehr oder weniger zufällig gleich ausgesucht.

Als erstes wollen wir das Grab von John Denver besuchen, dessen Lied „Country Roads“ mich schon sehr lange begleitet. Das ist für mich quasi immer  meine ganz private Hymne gewesen, stammen meine Vorfahren doch ursprünglich aus West-Virginia.

Recht schnell sind wir auch durch das noch menschenleere Aspen angekommen. Wir parken in der Nähe des Rio Grande Visitorcenters und laufen gegenüber in den kleine Park, indem sich das John-Denver-Sanctuary befindet. Es ist noch ganz schön frisch und auch die Sonne mag sich leider noch nicht zeigen. Die Stimmung passt aber irgendwie zu der Location.

John Denver, dessen Vater Deutsch-Amerikaner war, hiess ursprünglich Henry John Deutschendorf jr., während seines Studiums in LA änderte er seinen Namen in Denver nach der Hauptstadt des US-Bundesstaates Colorado. Am 12. Oktober 1997 stürzte der begeisterte Flieger mit einem von ihm selbst geflogenen Leichtflugzeug, einer Rutan 61 Long FZ
über der Monterey Bay in Kalifornienab und kam dabei ums Leben. 2007 entschied das Parlament von Colorado seinen Song Rocky Mountain High zur offiziellen 2. Staatshymne zu ernennen.

Im Song-Garden sind Texte seiner Lieder in Steine graviert, allerdings kann man nur wenige richtig lesen, viele waren einfach schneebedeckt.

 

Als wir schon fast fertig mit fotografieren und anschauen sind, kommen uns Beate und Gabi entgegen. Nach einem kurzen Schwätzchen verabschieden wir uns voneinander und machen uns auf den Weg Richtung Montrose.

Recht bald ist kein Schnee mehr zu sehen, dafür aber viel blau und . Genau so haben wir uns das auch vorgestellt und wir haben nix dagegen, wenn's so bleibt.

Nach ein paar Meilen lockt uns der kleine Ort Basalt mit vielversprechender Werbung über seine Old-Town, da können wir natürlich nicht widerstehen. Leider bleibt's beim Versprechen und wir machen nicht mal Fotos, weil es nix besonderes zum fotografieren gibt, sondern fahren recht bald wieder weiter.

Während unseres Schlenkers müssen uns Gabi und Beate überholt haben, denn als wir an der Ampel Richtung Carbondale ankommen, stehen sie direkt neben uns auf der linken Abbiegspur.


Den Viewpoint für den Mt. Sopris haben wir zwar verpasst, aber das macht nix, wir fahren ja eh direkt an ihm vorbei, und so sieht er aus:

Danach halten wir links an einer kleinen Parkfläche und geniessen den Ausblick auf die fall foliage am Crystal River. Hier gibt’s auch ne heisse Quelle, darüber hab ich aber leider nix im Internet dazu gefunden.

 

 

In Redstone liegen direkt an der Strasse die Cook Ovens. In denen wurde aber weder Brot noch Pizza gebacken, sondern sie dienten zu Herstellung von Kohle. Ok, dass passiert mancher Pizza auch ;)

 

Kurz darauf geht links die Strasse nach Marble weiter, wir können natürlich nicht widerstehen und machen den Schlenker, wir wollen sehen, wie weit wir fahren können. Dort gibts ja die Crystal Mill, die dieses Jahr im DA-Kalender zu sehen war und die ich zu gerne auch gesehen hätte. Leider reicht uns die Zeit nicht für eine Tour und die Strasse dorthin dürfte vermutlich für unseren Mietwagen nix sein. Trotzdem, mal schauen, was es da alles zu sehen gibt. Weit kommen wir allerdings nicht, denn im Ort ist ein Fest und die Strasse ist für den Verkehr gesperrt. Wir wenden und ratet mal, wen wir treffen, als wir wieder zurück Richtung 133 fahren ;)


Weiter geht die Fahrt über den McClure Pass und wir können gar nicht so oft anhalten, wie wir staunen ::;;FeL4; – es ist einfach wunderschön, hier zu sein und die Laubfärbung mit ihren herrlichen Gelb- und Brauntönen ist der Wahnsinn.

 

Nach dem Paonia SP biegen wir links in den Hwy 12 Richtung Kebler Pass ein, dieser ist anfangs noch geteert und wird dann unpaved. Die Strecke ist dann teilweise recht matschig und manchmal liegt auch noch Schnee, aber es macht einfach nur einen riesengrossen Spass, hier zu fahren. Auch mit Sommerreifen ist das kein Problem, den 4WD müssen wir nicht zuschalten.

 


Der Kontrast zwischen den gelben Blättern und den verschneiten Tannen ist einfach atemberaubend:

Diese gelbe Pracht lässt uns manchmal wirklich den Atem stocken, so was wunderbares haben wir lange nicht gesehen. ;dherz; Und es sind nicht mal rote Steine ;)


Oben am Pass biegen wir rechts in die 730 Richtung Ohio Pass ein, würden wir geradeaus fahren, würden wir in Crested Butte herauskommen. So aber fahren wir wieder zurück Richtung Tal und kommen in Gunisson auf den Hwy 50.

 


Zwischendurch kommt uns eine Herde Schafe entgegen

Und immer wieder diese phantastischen Farben - ich bekomme wirklich ständig feuchte Augen angesichts dieser Landschaft :HERZ4; Ich könnte ewig hier stehen und einfach nur schauen:

 

Mal sind die Blätter gelb

 

...und mal ist alles in ein mystisches Grün getaucht:

 

....und auch einen Cowboy ;dherz; bekomme ich grade noch so aufs Bild

 

Mal sehen wir halb verfallene Hütten

 

und mal sehen wir Ställe, die aussehen wie Herrenhäuser:

Dann sind wir wieder unten angekommen und mit diesem Ausblick verlassen wir die Strecke Richtung Gunisson:

 


Den Hwy. 50 fahren wir dann weiter Richtung Currecanti National Recreation Area. Das kennen wir schon von unserem Urlaub 2011, aber wir sind wirklich geschockt, wie niedrig der Wasserstand 2 Jahre später ist. Da wo zwei Jahre zuvor noch jede Menge Wasser war, wachsen heute Gräser.

 

Unser Auto hat heute auf jeden Fall ne Wäsche nötig ;)

 

Da wir beim letzten Mal den Cimarron Train nicht sehen konnten, weil er wegen Restaurationsarbeiten abgebaut war, versuchen wir unser Glück noch einmal. Dieses Mal ist
wegen dem shut down das VC geschlossen, aber da müssen wir eh nicht hin, die Strasse ist gottseidank offen. Nur der Zug ist immer noch nicht da :pipa: .

 

Na dann halt nicht, fahren wir halt weiter.


Die Strecke ist uns noch in guter Erinnerung und schon bald sind wir auch in Montrose angelangt. Erst mal wird das Auto gewaschen, was bei Beate grosses Gelächter hervorruft, aber Willy denkt nicht im Traum daran, mit der dreckigen Karre noch weiter zu fahren.


Wir checken ein und machen uns ein wenig frisch und dann geht’s auch schon zum Abendessen ins gegenüberliegende Red Barn , von dem uns Beate vorgeschwärmt hat.

Der Koch ist mittlerweile wohl ein anderer, denn das hochgepriesene Essen ist höchstens als mittelmässig zu bezeichnen. Dafür haben wir nen netten Abend, das hat's dann wieder rausgerissen.



Gefahrene Meilen: 212
Hotel: Days Inn Montrose , 60,77 incl. Tax – ja, so schön günstig wohnt man im Oktober.
Sauber, nettes Zimmer, zu dem Preis eine echte Empfehlung.

 

Wetter: Sonne und blauer Himmel


Und weil's so schön ist, hab ich hier noch Panoramafotos - draufklicken zum vergrössern

 

 

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